sich trauen lernen

Autoren-Tipps

Als ich das erste Mal einen eigenen Text vorgelesen habe, bin ich dabei fast gestorben. Das selbe passierte, als ich nur daran dachte, vor einer Kamera zu sprechen. Wie ich das geändert habe, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

 

Als ich wusste, dass ich es wirklich wagen wollte, Schriftstellerin zu werden, da begann ich, mir alles darüber anzueignen, was ging. Ich begann mit dem Fernstudium an der Schule des Schreibens und besuchte jeden nur erdenklichen Volkshochschulkurs. Das war gut. Denn ich habe nicht nur trainiert, Texte zuschreiben, sondern auch, sie vorzulesen.

 

Lerne, dich zu trauen

 

Die VHS Kurse habe ich geliebt und gehasst gleichzeitig. Ich liebte alles, was ich über das Schreiben lernen konnte und dass ich dort so viel üben konnte. Ich meine, da ist eine Dozentin, die mir Schreibaufgaben gibt. Wie geil ist das denn bitte? Ich habe das wirklich sehr geliebt.

Wovor ich mich hingegen gefürchtet habe, war jedes Mal der Moment, wenn es hieß, dass wir das Geschriebene vorlesen sollten. Manchmal alle, manchmal nur ein paar von uns, zum Glück gab es oft Freiwillige. Einerseits wollte ich natürlich wissen, was die anderen über meine Texte sagten, doch andererseits hatte ich soooo unglaublich große Angst vor der Kritik.

(Versteh mich nicht falsch. Kritik ist gut und wichtig. Doch damals, als Anfängerin, hätte ein falsches Wort dazu führen können, dass ich meinen Traum vielleicht aufgebe. Ich ticke so, dass ich anfangs mutmachende Worte brauche, wie ich inzwischen gelernt habe.)

 

Trauen lernen ist Übungssache

 

Sobald es hieß, dass vorgelesen werden soll, habe ich überlegt, den Kurs zu verlassen. Gehalten hat mich nur der Gedanke an all die schönen Aufgaben, die ich dann verpassen würde.

 

Ich hatte Angstschweiß, den hast du bis nach Polen gerochen. Sorry, für dieses unanschauliche Beispiel. Nur es war so.

 

Mit der Zeit habe ich zumindest gelernt, dass ich dabei nicht sterbe. Oft wurde ich gelobt, was mir natürlich ein minimales Schreibselbstbewusstsein verschafft hat und sooo große Glücksgefühle. Das heißt, ich habe positive Referenzen gesammelt. Ab und an habe ich auch gelernt, warum etwas nicht funktioniert, und das war gut, denn so konnte ich mich verbessern.

 

Zeitgleich absolvierte ich mein Fernstudium an der Schule des Schreibens. Dort durfte ich jeden Monat eine Einsendeaufgabe einreichen. Zum Glück waren sie flexibel, denn manchmal waren es bei mir drei Einsendeaufgaben im Monat und dann wieder drei Monate lang nichts. Ich brauch diese Flexibilität für mein Leben. Das nur am Rande.

Erst einmal hat es mir total Spaß gemacht, durch das Studium, ständig andere Dinge über das Schreiben zu lernen. Mal war es Thriller, mal Kurzgeschichten, mal Kinderliteratur und so weiter. Dadurch war ich auch gezwungen, in jedem Bereich mal rein zu spüren, ob es etwas für mich ist. Ich konnte testen, was ich gut schreiben kann, was mir Spaß macht und was nicht. Uuuund tatsächlich hat meine Betreuerin immer genau gewusst, wo es bei mir hakt. Das war für mich verrückt und wichtig. Ichschrieb jeden Monat Kurzgeschichten, hatte manchmal das Gefühl, dass es an einer bestimmten Stelle hakte, konnte aber nicht festmachen wieso und es somit auch nicht ändern. Dank des Feedbacks habe ich dann viel gelernt. Nun konnte ich die Änderungsvorschläge einarbeiten und irgendwie war ich dann stolz auf meine Geschichten. Was habe ich also getan?

 

In kleinen Schritten traute ich mich immer mehr

 

Ich habe sie Mama gezeigt :) Und als sie die auch gut fand, war das besser als verliebt sein. Das Gefühl war mit nichts zu vergleichen. Stolz, Freude, Liebe. Also wollte ich mehr und ab und an erweiterte ich den Kreis der Menschen, denen ich meine Kurzgeschichtenzeigte.

Oft fanden sie die Texte gut. Sie waren zum Glück keine Lektoren – lach.

 

Mit der Zeit haben sie sich auch getraut, mal negatives Feedback zu äußern. Ich habe dann ganz genau hingehört. Dadurch habe ich gelernt, dass meine Mama es liebt, wenn ich Kraftausdrücke verwende, meine Freundin Claudia hingegen findet, das hat nichts in Texten zu suchen. Wenn Claudia einen Text mochte, konnte es passieren, dass Mama damit nichts anfangen konnte, ihr der einfach zu langweilig war. Interessant. Da lernte ich dann quasi das erste Mal etwas von unterschiedlichen Zielgruppen. Ichzeigte bestimmte Texte dann einfach nur noch denen, bei denen ich wusste, sie mögen sie. Zufriedenheit auf allen Seiten.

 

Ich habe mich also auf das große Trauen vorbereitet

 

All das waren für mich sehr wichtige Vorübungen, bevor ich das erste Mal ein Buch veröffentlicht habe. Und glaub mir, das war trotzdem noch sehr schwer für mich. Zeitgleich war ich auch an einem Punkt, an dem ich wusste, dass ich mein Buch toll finde und viele andere auch und ich wollte endlich wissen, was der Rest der Welt dazu sagt. Der Drang war dann größer als die Angst. Sicher auch, weil ich vorher so viel geübt habe.

 

Trauen lernen, mich zu zeigen

Kommen wir nun zu einer noch viel größeren Angst. Nicht nur meine Texte zeigen, sondern mich.

 

Ich hatte überall gehört, man soll sich zeigen, Videos aufnehmen, Live gehen, in den Stories reden. Hölle. Einfach nur Hölle für mich. Denn ich verrate dir mal was. Selbst wenn mir drei Freunde aufmerksam lauschten, bin ich schon in Panik verfallen. Glaubenssätze: Ich nerve. Ich bin langweilig. Ich kann nicht reden. Und so weiter.

 

ABER ICH WOLLTE DAS. Ich habe mir stundenlang angeschaut, wie die anderen es gemacht haben. Was haben sie erzählt, was haben sie dabei getan, wo haben sie hingeguckt, wo waren die Hände? Und ich wollte es so sehr.

 

Übe es, dich zu trauen

 

Dann überlegte ich mir, das aufzuteilen. Ich nahm ein Video von mir auf, wie ich vorlas oder redete und löschte es. Dann machte ich das erneut und schaute es an. Spannend. Das übte ich ein paar Mal und dann durfte Mama wieder dran glauben. Natürlich fand sie es toll, außer, dass ich zu schnell redete. Also übte ich das wieder, nur langsamer, und traute mich irgendwann, das Video einer Freundin zu schicken.

 

Diese Sekunden warten, bis eine Antwort kommt. Schlimmer, als wenn du die blauen WhatsApp Haken bei deiner großen Liebe checkst.

 

Sich zu trauen ist nicht leicht, doch du kannst es lernen

 

Eines Tages dann hatte ich meine allererste Lesung. Hölle, wie ihr euch denken könnt. Ich bin Tage davor schon gestorben.

 

Es war einfach furchtbar, die ganze Zeit mit so einer Ladung Angst durch die Gegend zu rollen.

 

Überraschenderweise lief die Lesung gut und ich bekam sogar das mega Feedback, mein Buch lese sich wie ein Charlotte Link Roman. So what? Das heißt, ich hatte sehr viel Freude an einer Lesung. Ich! Sandy Mercier, die sich nicht traut zu reden. (Nicht mal vor Freunden.)

 

Wenn nur diese beschissene Angst nicht wäre.

 

Dieses positive Feedback der Leute hat mir wirklich viel gegeben. Ich flog vor Freude. Am selben Abend war ich so beflügelt, dass ich einfach meine erste Story bei Instagram aufgenommen habe. Und dann passierte wieder etwas wahnsinnig Tolles. Ich bekam soooooo viel positives Feedback auf Instagram, alle freuten sich mit mir. Das war gut. Ich habe anscheinend nicht genervt und mit meiner Freude angesteckt. Wie toll ist das denn bitte?

 

Also habe ich auch das Schritt für Schritt geübt

 

Als ich mich das erste Mal getraut habe, in einer Buchhandlung zu fragen, ob sie mein Buch dort verkaufen wollen, war ich auch wieder so im Aufgeregt-Wahn, dass ich danach wieder einfach eine Story aufgenommen habe. Und wieder positives Feedback. Die Leute freuten sich mit und manche waren sogar motiviert, es mir nachzumachen. Wie toll ist das denn bitte?

 

Die ersten Stories haben so gewackelt, weil ich so gezittert habe vor Angst. Ich lache heute noch darüber. Merkwürdigerweise war es nach den ersten vier, fünf Malen Normalität geworden. Das ging wirklich sehr schnell.

 

Königsdisziplin Lesungen – ich habe mir Hilfe geholt

 

Mit Lesungen habe ich mich noch länger schwergetan. Da hat mir dann ein richtiges Sprechtraining geholfen.

Außerdem sammle ich das ganze positive Feedback in meinem Herzen.

 

Dadurch habe ich herausgefunden, dass ich es liebe, vorn zu stehen und zu reden. Ich! Die, Sandy Mercier, die ihre erste Panikattacke als Kind hatte, als sie „bunt sind schon die Wälder“ vor der Klasse singen sollte, obwohl sie eigentlich wusste, dass sie das ganz gut konnte.

 

Du siehst, hinter der Angst wartet das Glück, trifft auch hier wieder zu.

 

Suche dir ein Ziel und teile es in ganz kleine Häppchen auf. Übe es. Das gilt natürlich für jeden Bereich und nicht nur fürs Schreiben.

 

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du den Mut hast, deinen Weg zu gehen. Es warten lauter Überraschungen auf dich. Schließe die Augen, sehe dich dein Ziel erreichen und spüre das Glück, das dich umhüllt. Tu das so oft wie möglich, immer, bevor du wieder einen Schritt wagen willst, und dann leg los.

 

Denn du hast es verdient, glücklich zu sein und du bist gut genug!

 

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