Wiederbelebung "alter" Bücher - Teil 2 - Gratis Aktion bei Amazon

Autoren-Tipps

Ich bin ein Fan von verschiedenen Methoden gleichzeitig, um dem Algorithmus von Amazon beizubringen, dass es mein Buch wieder wert ist, öfter bei den Käufern angezeigt zu werden. Um wieder Rezensionen hereinzubringen habe ich also Leserunden gestartet, wie du im ersten Teil von dieser Blogreihe lesen konntest.

Eigentlich halte ich nicht viel davon, mein Buch gratis anzubieten. Aber die Funktion von Kdp hat mich neugierig gemacht. 5 Tage darf man sein Buch als Werbeaktion umsonst anbieten. Zugegeben, ich war etwas skeptisch, doch ich sah das einfach als Marketingaktion. Da ich eh kaum noch Exemplare von „Die Todesküsserin“ verkaufte, hatte ich an sich ja nicht viel zu verlieren und so testete ich das einfach mal aus. Entweder das Buch wird nicht mehr gekauft oder ich wähle die Möglichkeit, es unter die Leute zu bringen. Ich wählte letzteres.

 

Dies tat ich allerdings mit einem Plan. Denn ich war kurz davor, „Unter meinem Bett herauszubringen. In dem Thriller spielt eine wichtige Nebenfigur aus „Die Todesküsserin“ die Protagonistin und auch die Hauptfigurenkommt drin vor. Es ist quasi ein Jahr später. So wie ein zweiter Teil. Ich änderte in meinem eBook „Die Todesküsserin“ also erstmal einiges ab. Meine Prologe sind meist recht fesselnd, also packte ich den Prolog von „Unter meinem Bett“ hinten ins Buch der Todesküsserin. Außerdem gab ich den Lesern nun die Möglichkeit, dass sie die ersten 2-3 Kapitel erhalten können, wenn sie sich in den Newsletter eintragen und ich änderte das Nachwort. Damals hatte ich noch keine Ahnung, was ich in einem Nachwort schreiben sollte, doch inzwischen macht mir der Teil fast mehr Spaß als das Buch. Denn da kann erklären, wie es zu diesem Buch gekommen ist und das finde ich persönlich sehr schön.

 

In der Zwischenzeit hatte ich auch einiges dank Texthungrig an meiner Produktseite geändert. Falls du sie noch nicht kennst, sie bietet spannende Workshops an, schreibt sehr wertvolle Blogartikel und in ihrer FB Gruppe coacht sie jeden Mittwochabend. Eine Weile habe ich ihr Wissen inhaliert und dadurch wusste ich auch, auf was ich zu achten hatte, um die Produktseite möglichst spannend zu gestalten. Schau also gern mal bei ihr vorbei. Es lohnt sich.

 

Nach dem ich diese Komponenten geändert hatte, war mein Thriller also so weit, in die Welt geschickt zu werden. Ich wählte ein Wochenende von Freitag 12 Uhr bis Montag 12 Uhr aus, ca. zwei Monate vor der Veröffentlichung von „Unter meinem Bett“ und ließ das Schicksal walten.

 

Ich sehe immer, dass die Autoren, die das machen, das auch bei Instagram ankündigen, doch ich schwieg und abonnierte auch keine dieser Newsletter, die auf Aktionen aufmerksam machen. Sollte ja organischer Wachstum sein und nicht wieder Geld kosten.

In den sozialen Netzwerken erwähnte ich es aus folgendem Grund nicht: Dort ist eine Community, die schon angefixt ist mit meinem Buch, das heißt, es sind potentielle Käufer. Ich habe also noch Hoffnung, dass sie kaufen. Und das wollte ich damit nicht kaputtmachen. Interessanterweise hat einer dieser Lesernewsletter umsonst auf meine Aktion hingewiesen, was mir natürlich größere Sichtbarkeit schenkte.

Ich sehe das so: Im Marketing heißt es, jeder, der dein Buch interessant findet, muss es meistens sieben Mal gesehen haben, bis er es kauft und so haben es selbst die, die es nicht gekauft haben, gesehen, ob bewusst oder unterbewusst, ist ja egal. Ich habe dann zwischen 500 und fast 800 Büchern am Tag verschenkt, drei Tage lang. (Anmerkung viele Monate später: Bei „Mach das Licht an“ waren es 1856 an einem Tag – also da kann was gehen.)

 

Ich kam dann in den gratis Charts nach ganz oben. Zugegeben, ich war das Wochenende zu Besuch bei Freunden und Laptop-frei, aber als ich Montagvormittag nach Hause kam, war ich Platz 2 oder 3 der gesamten Charts. Das war natürlich der Oberhammer.

 

Einerseits dachte ich mir, wie reich wäre ich, hätte ich die Bücher alle verkauft – lach – und wie viel Potential also das Buch zu haben scheint und dennoch keiner gekauft hat, weil es 3,99 € kostet. Das ist ein bisschen schade, aber dafür haben es nun sehr viele Leute auf dem Kindle. Mir war klar, dass viele es dennoch nie lesen werden. Hauptsache erstmal haben und ganz ehrlich, ich kenn das von mir auch. Manchmal lese ich diese Lesernewsletter und entdecke ein tolles Buch, dass gerade gratisangeboten wird und denke wow, das holst du dir. Aber gelesen habe ich glaube ich noch keins davon. Dann werden es sicher auch viele kaufen, ohne sich genau damit zu beschäftigen und sich dann beschweren, weil es nicht ihren Erwartungen entspricht. Aber auch das Risiko nahm ich in Kauf, denn ich war sicher: Es werden ein paar Leser lesen, diese werden im besten Fall sich im Newsletter eintragen und den Nachfolger oder meine anderen Bücherkaufen und ein paar gute Rezensionen werden sicher auch kommen. Klar, nicht nur, aber ich hoffte einfach, dass der Anteil an guten Rezensionen durch die Aktion überwiegt und ich hatte ja bereits die Leserunde gestartet, durch die schon ein paar positive Rezensionen eingetrudelt waren.

 

Die Ergebnisse waren super, mehr dazu gleich, also wollte ich dasselbe noch einmal am Veröffentlichungswochenende machen. Warum das nicht mehr ging, erzähle ich gleich, aber ich machte das dann einfach mit „Mach das Licht an“. Vorher fügte ich den Prolog von „Die Todesküsserin“ hinein, um die Leute gleich anzufixen. Warum bin ich nicht viel früher auf diese Idee gekommen?

 

Ich erhielt also durch die Aktion nicht nur mehr Käufe der anderen Bücher und auch Rezensionen und Newsletter Abonnenten, sondern auch die Anfrage, ob ich mit „Die Todesküsserin“ in Prime drei Monate lang möchte. Whaaaat? Aber natürlich möchte ich das. Und somit hat sich die Aktion mal richtig gelohnt. Nun könnte man sagen, dass es ein Zufall war, aber ich habe dies zu der Zeit mit ein paar anderen Kollegen getestet und die hatten alle plötzlich die Anfrage. (Also alle, die ihr Buch normalerweise für mindestens 2,99 € anbieten, denn darunter gibt es keine Prime-Anfragen). Ich denke es war auch die optimale Zeit, denn die, die es später testeten erhielten die Anfrage nicht. Da ging Prime aber gerade los. Deshalb vermute ich, hat es auch was damit zu tun. Amazon sah wahrscheinlich, dass unser Buch Potential hatte. Jippieee. Bei „Mach das Licht an“ ist mir das dann nicht passiert, weil ich damit gerade erst im Prime war.

 

Nun also in Kurzfassung meine Vor- und Nachteile:

 

Vorteile:

1.      Durch die Werbung, die Amazon oder Lesernewsletter machen, erhältst du Sichtbarkeit

2.      Eine sehr hohe Personenzahl holt sich dein Buch.

3.      Sollte keiner dein Buch „kaufen“, obwohl es gratis ist, ist es ein gutes Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt und du hast die Chance, es zu verändern. (Cover, Produktseite, Klappentext, etc.)

4.      Wenn du mehrere Bücher hast, erhöht es die Anzahl der Käufe der anderen Bücher.

5.      Du bekommst mehr Rezensionen. Zwar auch schlechte, (kennst du schon schlechte Rezis was hilft) aber die Gesamtanzahl erhöht sich und das sieht immer toll aus. Wenn du gleichzeitig eine Leserunde startest, verringerst du das Risiko, das schlechte Rezensionen deinen Durchschnitt versauen.

6.      Neue potentielle Leser. Es werden Leute auf dich und deine Bücher aufmerksam, die du sonst nicht erreichst. Und wenn die dich und dein Buch gut fanden, könnten sie treue Leser werden.

7.      Du gewinnst neue Newsletter Abonnenten. (Kennst du schon Autoren Newsletter)

8.      Das ist vielleicht banal, aber wenn man beim gratis Ranking die Treppe hochklettert, freut man sich wie Bolle :D

9.      Amazon sieht, dein Buch hat Potential und bietet dir vielleicht an, in ihr Prime Angebot zu kommen. Oder vielleicht auch einen Kindle Deal? Wer weiß das schon.

10.  Dein normales Ranking kann danach besser sein, besonders, wenn du vorher weit unten warst und nun wieder regelmäßig Rezensionen und Käufe kommen.

11.  Als mein Buch dann wieder kostete, habe ich die ersten Wochen auch wieder mehr verkauft als vorher. Vermutlich, weil Amazon mich als wichtig einschätzt.

 

Nachteile:

1.      Es passiert nichts und keiner will dein Buch, nicht mal gratis. Das ist natürlich sehr enttäuschend, aber bedenke, du weißt nie womit es zusammenhängt, war ein Sommertag und alle waren draußen, war Fußball? Ich denke, es kann langfristig ein Vorteil sein, wie ich bei den Vorteilen schon geschrieben habe. Du hast die Chance herauszufinden, was nicht stimmt und dies zu verbessern.

2.      Vielleicht holen sich aber auch alle dein Buch gratis, aber keiner liest es, kauft deine anderen Bücher, bewertet es, etc.

3.      Das Ranking danach kann auch schlechter sein. Ich glaube das ist eher der Fall, wenn dein Ranking vorher ganz gut war. Denn du warst ja aus dem normalen Bezahl Ranking draußen. Aber vermutlich pendelt sich das wieder ein. Keine Garantie.

4.      Für Nischen kann das kontraproduktiv sein. Eine Kollegin ist in einer speziellen Nische und sie hatte auch super „Verkäufe“ und ein tolles Ranking, doch sie erhielt recht viele schlechte Rezensionen. Wir vermuten Folgendes: Das Buch kostet sonst „recht viel“ und es gibt Leser, die länger schon gezögert haben, ob sie es kaufen sollen oder nicht. Vermutlich gab es einen Grund, dass sie es nicht gekauft haben, weil sie schon befürchtet haben, dass es nicht ganz für sie passt, aber für gratis, haben sie dann zugeschlagen und das dann auch bei der Autorin. Sie erhielt viele schlechte Rezis und ihr Durchschnitt ging runter.

5.      Ein höheres Risiko für schlechte Rezensionen. Weil die Leute sich vorher nicht mit dem Buch befassen. Würde es etwas kosten, würden sie vermutlich eher lesen, ob sie den Klappentext überhaupt gut finden.

6.      Außerdem heißt es, dass man mit unterschiedlichen Preisen, unterschiedliche Kunden und somit Leser anzieht. Im Sinne von Wertschätzung. Muss nicht immer so sein, ich würde ein gratis Buch genauso respektvoll bewerten, wie eines, dass mich kostet, aber ich glaube dennoch, dass etwas an dem Spruch dran ist.

7.      Wir hatten zwischenzeitlich die Sorge, dass die Klickrezis, die gerade ihr Unwesen treiben, durch die Aktion kamen, aber das kann ich nicht bestätigen. Einige sind stark betroffen, die diese Aktion nicht durchgeführt haben und andere haben sie durchgeführt und haben damit keine Probleme. Aber ich wollte es dennoch hier erwähnen, denn die Zusammenhänge sind ja noch nicht raus.

 

Mein Resultat:

Ich würde diese Aktion nicht einfach so machen, sondern immer mit einem bestimmten Zweck und den würde ich vorher festlegen. Wenn du eine Reihe geschrieben hast, dann bietet es sich an, Teil eins gratis anzubieten für ein paar Tage. Dann werden die anderen Teile sicher auch gekauft. Natürlich nicht von allen, aber unsichere Leser kannst du somit überzeugen, dass es sich lohnt, für die nächsten Teile Geld auszugeben.

Wenn du bisher erst ein Buch hast, kann es natürlich auch dem Zweck dienen, auf dein nächstes Buch hinzuweisen, sie in den Newsletter zu bekommen oder einfach auf dich als Leser aufmerksam zu machen.

Bei Nischen wäre ich sehr vorsichtig. Bewährt hat es sich bei Thrillern und Liebesromanen.

Wenn du mehrere Bücher hast, kann es die Käufe der anderen Bücher erhöhen, und sobald die gratis Aktion vorbei ist, kann dein Buch auch wieder mehr gekauft werden. Du erhältst sicher ein paar Rezensionen.

Besonders gut, wenn du zeitgleich durch Leserunden zum Beispiel für neue Rezensionen sorgst, denn dann passiert auf mehreren Ebenen etwas bei deinem Buch und Amazon schätzt dich besser ein.

Für mich war diese Aktion also ein voller Erfolg.

 

Mich würde wahnsinnig gern interessieren, wie deine Erfahrungen damit sind. Siehst du das auch so oder anders?

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