"Ich will noch mal richtig Gas geben" - warum das oft nichts bringt (und was dir wirklich Bücher verkauft)

Autoren-Tipps

Ich habe heute mal ein praktisches Beispiel mitgebracht, damit du anhand dessen verstehst, was ich meine mit all dem, was ich hier immer so sage.

Und zwar wurde ich um Rat gebeten, weil eine Kollegin eine Aktion geplant hat. Sie schrieb mir, sie will „noch mal richtig Gas geben“ und sichtbarer werden. Sie hat mir verschiedene

Ziele aufgezählt, messbare Ziele, also wirklich sowas wie:

- fünf große Blogger*innen finden

- in die Medien kommen

- in XY Buchhandlungen ausgelegt werden

- und so weiter

Und sie wollte wissen, was ich dazu sage.

Ich dachte mir: Das ist eigentlich die perfekte Podcast-Antwort. Weil da stecken so viele Themen drin, die wir hier ständig besprechen.

Das Allerwichtigste: Was ist das große, ganze Ziel?

Ich finde es grundsätzlich total gut, wenn du einem Buch, das schon länger draußen ist,

nochmal Aufmerksamkeit gibst. Wirklich.

Ganz viele vergessen nach der Veröffentlichung, weiter Werbung zu machen. Als wäre das Buch nach zwei Wochen „durch“.

Als wäre es tot.

Und mal ganz ehrlich: Stell dir das mal mit einem Kind vor.

Neun Monate nährst du es. Dann Geburt, Chaos, Heckmeck. Und danach ist das Kind ja auch nicht weg. Es ist da. Und es will weiterhin genährt werden. Vielleicht anders, aber es will genährt werden.

So sehe ich Buchmarketing auch.

Dein Buch will weiterhin Aufmerksamkeit. Es will weiterhin genährt werden.

Deshalb: Mega, wenn du da wieder losgehst.

Und dann kommt die Frage, die fast immer vergessen wird:

Was ist das große, ganze Ziel?

„Sichtbar sein“ ist super. Und trotzdem kann es passieren, dass du das erreichst und am Ende keinen Cent mehr verdienst.

Das ist eine Erfahrung, die ich selbst gemacht habe.

Deshalb: Schau dir an, warum du sichtbar sein willst.

Meistens geht es darum, mehr Bücher zu verkaufen. Mehr Einnahmen zu haben. Vielleicht irgendwann vom Schreiben zu leben.

Das heißt: Sichtbarkeit ist oft das Mittel.

Das eigentliche Ziel liegt dahinter.

Und ich will dir wirklich ans Herz legen, dieses Ziel einmal konkret zu formulieren.

Messbare Ziele sind super – wenn du sie richtig setzt

Es ist überhaupt nichts verkehrt an Zielen wie „fünf Blogger*innen finden“.

Nur: Was bedeutet das?

Fünf Blogger*innen können auch passieren, die dein Buch lesen, es mittelmäßig finden und

nichts damit machen.

Und ich will hier keine schlimmen Glaubenssätze verteilen. Ich meine einfach: Werd konkret.

Was willst du wirklich?

- Fünf Blogger*innen, die dein Buch lieben und es empfehlen?

- Fünf Blogger*innen, die eine Rezension schreiben?

- Fünf Blogger*innen, die in ihrer Story darüber reden?

- Fünf Blogger*innen, die es in ihren Blog aufnehmen?

Je konkreter du wirst, desto klarer wird deine Handlung.

Und noch wichtiger: Verbinde das mit dem großen Ganzen.

5000 Follower sind nett.

500 Euro mehr im Monat sind auch nett.

Die Frage ist: Was willst du?

„Gas geben“ klingt nach harter Arbeit für Erfolg

Und da will ich dir was sagen, ganz ehrlich:

„Ich will noch mal richtig Gas geben“ klingt für mich nach einem Glaubenssatz.

Harte Arbeit führt zu Erfolg.

Und ich glaube das einfach nicht.

Ich hatte den Glaubenssatz lange. Und manchmal kommt er auch heute noch vorbei und guckt, ob er hier noch irgendwo einen Boden findet, um zu wachsen.

Manchmal bleibt er ein paar Tage. Dann sage ich wieder: Nö. Geh woanders hin.

Das Leben zeigt es mir immer wieder: Viel machen führt nicht automatisch zu Erfolg.

Du kannst jeden Tag posten.

Jeden Tag Storys machen.

Jeden Tag Reels raushauen.

Und trotzdem passiert… wenig.

Das liegt oft daran, dass der Fokus auf „ich muss präsent sein“ liegt, und es fehlt das, was wirklich wirkt:

Storytelling. Energie. Intention.

Was wirkt: Deine Energie hinter dem Post

Ich hatte gerade erst am Wochenende wieder so ein Beispiel.

Ich habe etwas gepostet, das mir wichtig ist. Zwischen Tür und Angel. Nebenbei. Schnell.

Ergebnis: null Reaktionen.

Und normalerweise bekomme ich Reaktionen, wenn mir etwas wichtig ist. Menschen freuen sich, schreiben, teilen Gedanken.

Wenn nichts kommt, stelle ich mir immer eine Frage:

Was habe ich gepostet?

Wie habe ich es gepostet?

Mit welcher Energie war ich dabei?

War das ein „Hauptsache raus“-Post, weil ich noch eine Million andere Dinge zu tun hatte?

Diese Energie spürt man.

Und wenn du jetzt sagst: „Ich mache Marketing“, dann ist die spannendere Frage:

Machst du es, um irgendwas abzuarbeiten?

Machst du es, weil du gerade wirklich verbunden bist mit deinem Buch?

Verbinde dich mit deinem Buch.

Warum hast du es geschrieben?

Was liebst du daran?

Was wünschst du dir, was dieses Buch bei Leser*innen auslöst?

Warum soll es gelesen werden?

Wenn du in diesem Gefühl bist, dann poste.

Und dann mach Storytelling.

Storytelling bedeutet: Erzähl, was wirklich dahinter steckt

Ein Post wie „Mein Buch lief schlecht, ich mache jetzt nochmal Werbung“ ist selten sexy.

Erzähl lieber:

Wie ging es dir damit?

Was steckt in diesem Buch, das mehr Aufmerksamkeit verdient?

Welche Themen sind da drin?

Welche Emotionen?

Welche Erkenntnisse?

Welche Tabus?

Welche Szene lieben Leser*innen?

Welche Veränderung bringt das Buch?

Das ist Storytelling.

Das ist das, was Menschen bindet.

Das ist das, was verkauft.

Der Punkt, an dem du aufgeben willst, kommt fast immer

Und der wird auch bei dieser Kollegin kommen.

Du hast dir Ziele gesetzt. Dann läuft es nicht sofort. Du findest vielleicht eine Bloggerin, du wolltest fünf. Du hast nur noch eine Woche. Und dann kommt dieser Klassiker:

„Ach, bringt eh nichts.“

„Ist nur für die anderen.“

„Jetzt brauche ich auch nicht mehr anfangen.“

„Ich stecke lieber nicht so viel Energie rein, sonst werde ich nur enttäuscht.“

Und hier passieren zwei super wichtige Dinge:

1. Du siehst deine destruktiven Glaubenssätze.

2. Du bekommst die Einladung, dein Warum wieder zu wählen.

Mein neuer Leitspruch ist:

Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.

Das ist keine Durchhalteparole. Das ist ein Reminder.

Du hast noch Zeit. Du hast noch Optionen. Du hast noch Möglichkeiten.

Eine Frage, die viele auslassen: Wofür dient dir dein aktueller Zustand?

Wenn du gerade an einem Punkt bist, an dem du nicht sein willst, dann frag dich mal ehrlich:

Wofür dient mir das?

Wofür schützt es mich, dass es noch nicht klappt?

Das kann tausend Gründe haben.

Ich gebe dir ein Beispiel aus meinem Leben:

Ich hatte „Das Buch deines Lebens 1“ fertig. Alle fanden es toll. Und ich habe es trotzdem lange nicht rausgebracht.

Warum?

Ich hatte Angst vor Erfolg.

Weil ich Erfolg verknüpft hatte mit: wieder keine Zeit.

Und ich hatte gerade das erste Mal Zeit in meinem Leben. Ich wollte die nicht verlieren.

Das Buch nicht zu veröffentlichen hat mir gedient.

Es hat mich geschützt.

Als ich das gecheckt habe, konnte ich es auflösen.

Deshalb: Schau hin.

Was ist dein Ding dahinter?

Ziele für den Jahresendspurt: Mach sie konkreter

Wir haben noch ein paar Wochen bis das Jahr vorbei ist.

Und ich sage es nochmal: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.

Schau dir deine Ziele an:

- 2000 Follower

- fünf Blogger*innen

- in Buchhandlungen ausliegen

- Presse

Alles okay.

Und dann frag dich:

Worum geht es wirklich?

Was soll am Ende dabei rauskommen?

Mehr Verkäufe?

Mehr Einkommen?

Mehr Leser*innen, die bleiben?

Mehr Rezensionen?

Mehr Newsletter-Abos?

Mach es konkret.

Und dann wähle eine Sache, auf die du dich fokussierst. Es passiert so oft, dass Menschen zehn Sachen gleichzeitig machen und keine davon sitzt.

Und noch ein Hinweis…

Dieses was ist das Ziel dahinter Spiel, kannst du noch länger spielen.

Hinter Insta Follower steckt oft der Wunsch der Sichtbarkeit.

Dahinter der Wunsch nach finanziellem Erfolg.

Und dahinter … und jetzt kommen wir zum Kern … nach einem Leben mit mehr Leichtigkeit

und Freizeit. Also überlege dir genau, ob du nicht gleich am eigentlichen Ziel arbeiten magst.

Ein letzter Punkt: Dein Buch will Aufmerksamkeit

Wenn du denkst, ein Buch verdient mehr Aufmerksamkeit, dann schenk sie ihm.

Wie soll es mehr Aufmerksamkeit bekommen, wenn du ihm keine gibst?

Und wenn du es innerlich verfluchst, weil es nicht den Erfolg gebracht hat, den du dir erhofft

hast, wird Marketing schwer.

Geh wieder in die Verbindung.

Schau dir an, was du da erschaffen hast.

Warum es wichtig ist.

Warum du es geschrieben hast.

Und dann geh raus. Mit Storytelling. Mit Energie. Mit Klarheit.

Und jetzt meine Frage an dich:

Was ist dein großes, ganzes Ziel hinter deinem Wunsch nach Sichtbarkeit, und welcher eine

Schritt bringt dich in diesem Jahr noch näher dorthin?

Denn du bist es wert, deine Energie auf das zu richten, was wirklich Ergebnisse bringt und

dich deinem Traumleben näher bringt.

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