Sollte ich jetzt nicht glücklich sein?

Autoren-Tipps

Warum nach deiner Buchveröffentlichung plötzlich wieder Angst da ist - und was das wirklich bedeutet

Autoren-Mindset · Selfpublishing · Vom Schreiben leben

Kennst du das?

Du bringst dein Buch raus.

Du hast im letzten Jahr so viel anders gemacht. So viel gelernt. So viel umgesetzt. Du bist

weiter gekommen als jemals zuvor.

Und dann – Tag 1 oder 2 nach der Veröffentlichung – kommt genau der große Scheiß zurück.

Die ganzen Ängste kicken wieder rein.

Du hast nicht sofort eine Million Euro auf dem Konto.

Nicht sofort eine Million Rezensionen.

Nicht sofort eine Million Lesungsanfragen.

Und plötzlich denkst du:

„Sollte ich jetzt nicht glücklich sein?“

Ich will dir hier nichts einreden. Keine falschen Glaubenssätze. Nur Butter bei die Fische.

Das kann passieren. Und es passiert öfter, als du denkst.

Du erfüllst dir deinen Traum – und dein System dreht durch

Wenn du den Weg gehst, um deine Träume zu erreichen – vielleicht sogar, um vom Schreiben

zu leben – dann ist es super wichtig, dass du das jetzt weißt:

Du kommst an ein Ziel.

Du hast mehr erreicht als all die letzten Male zusammen.

Und genau dann melden sich wieder diese alten Stimmen.

„Vielleicht schaffst du es doch nicht.“
„Vielleicht war das nur Glück.“
„Vielleicht warst du einfach blauäugig.“

Der ganz alte Bullshit eben.

Und manchmal kommt das nicht nur aus dir.

Vielleicht war gerade Familienbesuch da.

Vielleicht warst du bei Freund*innen, die noch in einem ganz anderen System denken.

„Mit Kunst kann man kein Geld verdienen.“
„Man muss halt hart arbeiten.“
„Träum nicht so groß.“

Und obwohl du dir in den letzten Monaten ein neues Mindset aufgebaut hast, reichen ein paar

alte Sätze – und zack, dein System ist wieder verunsichert.

Du bist weiter als je zuvor – auch wenn es sich nicht so anfühlt

Jetzt kommt etwas, das du wahrscheinlich schon tausendmal gehört hast.

Aber genau hier wird es relevant.

Schau hin.

Schau wirklich hin.

Ist diese Veröffentlichung besser gelaufen als die letzten?

Hast du mehr gelernt?

Bist du sichtbarer geworden?

Sind mehr Leser*innen auf dich aufmerksam geworden?

Oft ist die Antwort: Ja.

Und trotzdem bist du enttäuscht, weil du dir gewünscht hast, dass es schneller geht.

Vielleicht dachtest du:

„Über Nacht vom Schreiben leben.“
„5.000 Euro in drei Tagen.“
„Spiegel-Bestseller direkt zum Start.“

Ganz ehrlich? Das darf man sich wünschen.

Aber das ist nicht die Regel.

Und wenn du jetzt nur auf das schaust, was noch nicht da ist, verlierst du aus dem Blick, was

längst gewachsen ist.

Energy flows where focus goes.

Wenn dein Fokus nur auf „Es reicht nicht“ liegt, fühlt sich alles nach Mangel an.

Wenn dein Fokus auch auf „Ich bin weiter als je zuvor“ liegt, passiert etwas anderes.

Nicht, weil du dir etwas schönredest.

Sondern weil du die Realität vollständig betrachtest.

Gefühle wegdrücken kostet dich mehr Kraft als sie zu fühlen

Und jetzt kommt der Emotionscoach in mir durch.

Es geht nicht darum, die Angst wegzudrücken.

Nicht darum, so zu tun, als wärst du dankbar und happy, während es in dir brodelt.

Es geht darum, dich hinzusetzen und zu fragen:

Was ist das gerade?

Ist es Angst?

Ist es Enttäuschung?

Ist es Wut?

Wo sitzt das in meinem Körper?

Wir rennen so oft vor Gefühlen weg. Ein Leben lang.

Und dadurch werden sie stärker.

Weil wir sie runterdrücken.

Weil wir Geschichten dranhängen.

„Ich schaffe das nie.“
„Ich bin dumm.“
„Alle anderen sind weiter.“
„Das war bei meiner Mutter schon so.“

Mach die Geschichten weg.

Setz dich hin.

Fühl es.

Eine Emotion kann in 60–90 Sekunden durch dein System fließen – wenn du sie wirklich

fühlst.

Was sie am Leben hält, sind die Storys, die wir dranhängen.

Sag nicht: „Ich bin getriggert.“

Sag: „Ich bin wütend.“

Oder: „Ich habe Angst.“

Das allein verändert schon etwas.

Und wenn du danach das Bedürfnis hast, rauszugehen, zu tanzen, zu springen, dich zu

bewegen – dann mach das. Dein Körper weiß oft ziemlich genau, was er braucht.

Vom Schreiben leben heißt nicht, keine Angst mehr zu haben

Ich lebe seit dem 19. Juli 2019 vom Schreiben.

Und weißt du was?

Ich hatte schlaflose Nächte.

Ich habe auch heute noch Ängste.

Weil du dich selbst mitnimmst auf die Reise.

Die Angst verschwindet nicht einfach, nur weil du jetzt Umsatz machst.

Sie zieht nur ein anderes Kostüm an.

„Was, wenn das nächste Buch floppt?“
„Was, wenn der Algorithmus sich ändert?“
„Was, wenn alles einbricht?“

Wenn du mit 20 Euro Angst hattest, Geld zu verlieren, hast du sie mit 20 Millionen auch. Nur

in größer.

Deshalb geht es nicht darum, irgendwann angstfrei zu sein.

Es geht darum, die Person zu werden, die mit Angst umgehen kann.

Liebevoll.

Klar.

Und ohne Drama.

Warum so wenige wirklich vom Schreiben leben

Ich sage es euch, wie ich es beobachte:

Es sind nicht die Talentiertesten, die vom Schreiben leben.

Es sind die, die weitermachen.

Die nach Tag drei nicht verschwinden.

Die nach der ersten Enttäuschung nicht aufgeben.

Die nicht denken: „Alle hatten recht.“

Genau da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Viele investieren unfassbar viel Energie in eine Veröffentlichung.

Und wenn nicht sofort das Wunder passiert, tauchen sie ab.

Und genau dann beginnt eigentlich erst die Magie.

Denn jetzt darf sich dein Buch rumsprechen.

Jetzt dürfen Leser*innen es entdecken.

Jetzt darf es wachsen.

Eintagsfliege oder Longseller?

Als „Das Buch deines Lebens“ rauskam, war es ein Auf und Ab.

Ein Tag viel Verkäufe.

Dann Flaute.

Dann wieder Werbung.

Dann wieder hoch.

Dann wieder runter.

Es war ein Kampf.

Und heute?

Tausende Rezensionen.

Übersetzungen.

Leser*innen, die mir noch Jahre später schreiben, was dieses Buch in ihrem Leben verändert

hat.

Manchmal dauert es einen Monat.

Manchmal sechs Jahre.

Und du hast viel mehr davon, wenn du einen Longseller aufbaust, als wenn du drei Tage

Hype hast und danach Stille.

Du entscheidest mit deinem Weitermachen, was daraus wird.

Dein System liebt Sicherheit – auch wenn du wachsen willst

Noch etwas Wichtiges:

Dein System ist darauf gepolt, dass alles bleibt, wie es war.

Selbst wenn „wie es war“ nicht schön war.

Neu fühlt sich unsicher an.

Wachstum fühlt sich oft bedrohlich an.

Deshalb ist es so wertvoll, deinen Mutmuskel zu trainieren.

Mach immer wieder kleine neue Dinge.

Geh kleine Risiken ein.

Bring dich ins Kribbeln.

So lernt dein System:

„Ich kann das. Ich überlebe das.“

Und jetzt?

Wenn du gerade nach deiner Veröffentlichung denkst:

„Sollte ich jetzt nicht glücklich sein?“

Dann vielleicht eher diese Frage:

Was wäre, wenn genau diese Angst kein Zeichen von Scheitern ist – sondern ein Zeichen,

dass du gewachsen bist?

Du hast ein Buch geschrieben.

Oder sogar veröffentlicht.

Weißt du, wie viele Menschen davon reden und es nie tun?

Allein dafür bist du schon weiter als sehr viele.

Also:

Wertschätze, wie weit du gekommen bist.

Lass die Gefühle da sein.

Drück nichts weg.

Und frag dich immer wieder:

Was ist jetzt mein nächster, bester Schritt?

Denn du bist es wert, deinen Traum nicht aufzugeben, nur weil es sich gerade nicht sofort

perfekt anfühlt. Und du hast es verdient, glücklich und erfolgreich zu sein.

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